PR-ofession und OB-session vom Erfolgs-Blogger

Prognose 2007: Die Zukunft des Fernsehens / das Ende des HörZu-Fernsehens

Auch, wenn die werbetreibende Industrie gerade eine Rekordnutzung des Fernsehens vermeldet: Hörzu-Fernsehen, wie wir es kennen, hat seinen Zenit überschritten. Die Zukunft gehört dem Überall- und Jederzeit-Fernsehen.

Der Klassiker: Programmzeitschrift aufschlagen (wahlweise Tageszeitung, Fernsehseite) und gucken “was heute kommt”. Auf diesem und dem dualen Prinzip beruht unsere Fernsehlandschaft, haben sich Spaßmonster und Heizdecken-Fernsehen zu riesigen Unterhaltungs-Apparaten entwickelt, die täglich Millionen vor die Mattscheiben und LCD-Panels locken. Doch das Ende ist nah.

In der Zukunft wird das, was wir als Fernsehen kennen, technologisch (abgesehen vom Übertragungsweg) gleich bleiben. Serien, Nachrichten, Filme, Shows. Doch das Nutzungsverhalten wird sich umstülpen – mit radikalen Folgen für die Fernsehmacher. Denn SDank Digitalisierung und entsprechenden Speichermöglichkeiten wird es bald nicht mehr heißen “was kommt heute?, sondern “was möchte ich heute sehen”. Der Blick in die USA verrät, was uns erwartet. Dort hat sich Tivo längst etabliert, macht Millionen von Kunden froh. Tivo ist eine Kombination aus Festplattenrecorder und der passenden Software – selbstredend webbasiert. Die Kisten zeichnen beispielsweise die eigenen Lieblingsserien auf – und geschaut wird nicht dann, wenn die Programmacher es gerne hätten, sondern wann immer der Konsument will. Welche radikalen Auswirkungen dies auf die klassische TV-Werbung hat, kann sich jeder leicht ausmalen.

Neben diese tiefgreifende Umwälzung im TV-Geschäft gesellt sich “Triple Play”, jene geradezu sagenumwobene Kombination aus Internet-Zugang, Telefonanschluss und Fernsehen – alles über die heimische DSL-Leitung. Der T-Konzern ist hier wohl am weitesten, doch andere werden bald aufgeholt haben. Schon heute bietet 1&! ein sehr günstiges Triplet aus Webzugang, Telefonflatrate und Filmen an.

Aber letztendlich wird es egal sein, woher der Content kommt: Über Antenne, Satellit, aus dem Kabel, von der heimischen Festplatte (geklaut oder nicht), vom DVD-Rekorder oder von einer DVD, gestreamt aus dem Internet oder sonstwoher. Entscheidend wird: Der Nutzer entscheidet, was er wann sehen will. Mit zunehmendem Angebot wird die Auswahl größer – und damit auch die Unabhängigkeit des Konsumenten von der Wahl seiner Quelle.

Wie lange wird es dauern, bis diese Zukunft kommt? Sie ist ja längst da. Die entscheidende Frage ist hingegen, wie lange es dauern wird, bis sich neue Technologien durchsetzen. In der klassischen Medienlehre hieß es, neue Technologien brauchen sieben Jahre, um einen Markt zu durchdringen – Farbfernsehen und Fernbedienung gelten als Beispiele hierfür. In der digitalen Welt, hieß es dann, gehe alles viel schneller. Wirklich? Zwei Beispiele: Bluetooth wurde auf den CeBITs 1999-2002 (geschätzt) als der große Star gefeiert, aber in der Breite hat sich niemand für die Funktechnologie interessiert. Heute, sieben Jahre später, ist Bluetooth selbstverständlicher Begleiter bei Headsets, im Auto, bei Anschlüssen mobiler Geräte. VoIP, Voice over IP, also das Telefonieren über Datenleitungen in Päckchen anstatt über Telefonleitung in einer 1:1-Verbindung, ist technologisch gesehen auch ein alter Hut. Bereits 1999 haben wir Internet-Telefonie beschrieben. Hat aber keinen – in der Masse – wirklich interessiert. Heute skypen Millionen auch in Deutschland, Triple-Play-Angebote wie eben das von 1&1 DSL setzen selbstverständlich auf diese Technologie und längst kann man – eine entsprechende Inatallation vorausgesetzt, den Hörer abnehmen, eine Nummer wählen und Telefonieren. Wie früher, nür über eine IP-Verbindung.

Also es wird noch ein wenig dauern, bis die TV-Revolution auf leisen Sohlen bis in unsere Wohnzimmer geschlichen ist. Andererseits, liebe Öffentlich-Rechtlichen: keine zwei Gebührenperioden mehr und die Welt wird nicht mehr die gleiche sein.

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