PR-ofession und OB-session vom Erfolgs-Blogger

Google Chrome: Nein danke, (noch) nicht

Senso von MB - daher hat Google also das Chrome-LogoDie Webwelt ist nicht mehr, was sie war, seit Google für viele überraschend einen eigenen Browser veröffentlichte: Chrome. Ein von nicht-Apfel-Produkten ungekannter Hype brach aus, Begeisterung allenthalben. Ich habe Chrome gestern ausprobiert. Mein Fazit: Eine gute Beta, doch für meine Praxis nicht tauglich.

Die Installation lief glatt. Anscheinend – abgesehen von der Irritation, dass das Einstellungsfenster etwa eine Minute eingefroren war und ich schon fürchtete, etwas kaputt gemacht zu haben. Chrome importierte brav aus Firefox, Lesezeichen, Einstellungen, Passwörter. Sagte ich Passwörter? Chrome behauptete das – doch Fehlanzeige. Kein Passwort wurde übergeben. Das lag offensichtlich daran, dass ich im Forefox meine gespeicherten Passwörter mit einem Master-Passwort gesichert habe. Eine überaus sinnvolle Einrichtung, wie ich finde. Hätte mich doch Chrome danach fragen könne, finde ich. Hat es aber nicht und stattdessen meine Passwörter eben nicht importiert.

Wer seit vielen Jahren mit Windows arbeitet, ist ja findig in Sachen Workarounds. Also habe ich das Master-Passwort abgeschaltet und erneut importiere lassen. Klappte einwandfrei.

Kurzer Rückblick: Wenn ich im Firefox beispielsweise zu eBay (mehrere Accounts gespeichert) oder auf eine Online-Banking-Seite surfe, werden Username und Passwort nicht angezeigt. Durch einen Doppelklick auf das Eingabefeld sehe ich in einem Dropdown die gespeicherten Usernamen.

Und jetzt Chrome: Ich sehe nichts.

Mit anderen Worten: Wenn ich wissen will, wie sich mein Aktiendepot entwickelt hat, muss ich mir wenigstens die ersten Ziffern meiner User-ID merken, damit Chrome dann vervollständigt. Wenn ich mich bei eBay anmelden möchte, muss ich den ersten Buchstaben meines Usernamens eingeben. Ich habe gefühlte 150 passwortgeschützte Accounts gespeichert, von Banken über Online-Services bis zu Social Networks. Das kann und will ich mir nicht merken.

Ich freue mich auf die Final Release von Chrome. Dann bitte auch mit ordentlicher Bookmarkverwaltung, Master-Passwort, Javascript-Abschaltung und vielen netten Plugins.

SPD eröffnet Kommunalwahlkampf in Mainz: Toller Slogan, toller Rohrkrepierer

Seit diesem Wochenende stehen in Mainz Plakatständer mit einem roten Herzen und der Aufschrift “Ich mag mein Mainz!” Sympathisch, nicht? Ich war sofort neugierig und musste sehr lachen, als ich sah, dass Schmierer die Plakate um kommunalpolitisch höchst umstrittene Projekte ergänzt hatten: “… ohne KKW” stand da, gemeint ist der geplante Bau eines Kohlekraftwerks in Mainz, den die SPD befürwortet, die CDU dagegen ablehnt (verrückte Welt, nicht wahr?). Es war nicht schwer, heraus zu finden, wer hinter der Kampagne steckt. Die Google-Recherche führt über eine kleine Google-Anzeige (AdWords) zur Domain “www.ich-mag-mein-mainz.de“, auf der das Herz zu sehen ist. Dafür kein Impressum (Montag, 25.8., 16.53 Uhr), wenn das mal keinen Ärger gibt. Also ab zur Denic, der zentralen Domänenvergabestelle für Deutschland. Thomas Lindner besitzt die Domäne und wohnt in der Klarastr. 15a. Und dort, das ergibt die nächste kinderleichte Recherche, sitzt die SPD in Mainz. Recherchedauer insgesamt: zwei Minuten.

Ärgerlich für die Genossen, dass ihr sympathischer Slogan so verhunzt wurde und nun gar eine CDU-Forderung trägt. Welch ein Rohrkrepierer. Ich rief Herrn Lindner an, der wollte dazu “gar nichts” sagen, sondern verwies auf den Wahlkampfleiter Kai Hofmann. Aha, Wahlkampf also. Lindner kam dann wohl sein eigener Satz ulkig vor, so dass er noch rechtfertigend nachschob: Er habe keinen Maulkorb bekommen, sondern sei im Urlaub gewesen, als das beschlossen wurde. Wie gesagt: Der Slogan ist toll.

Kai Hofmann erzählte mir dann, dass der Slogan den Kommunalwahlkampf in Mainz einläute. Und dann die Enttäuschung: Es war keine Absicht, nur den Slogan mit den schönen Herzen zu plakatieren und damit neugierig zu machen. Es sei ein technischer Fehler gewesen, eigentlich habe darauf noch ein Veranstaltungshinweis gehört, dies werde man nachholen. Nein nein, die Ergänzungen könnten seiner Ansicht nichts damit zu tun haben, dass da Menschen herausbekommen hätten, wer hinter der Ich-mag-Mainz.de-Kampagne steht…

Tapfer bleiben, Peer Steinbrück

Soso, die Kassen quellen also über. Mehr als 7 Milliarden Euro liegt der Bundeshaushalt über Plan in diesem Jahr. Das ist eine gute Nachricht, der wieder die üblichen Rituale folgen werden: Lobbyisten stürzen auf den Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und seine Berater ein und fordern früh, späte oder ihnen endlich zustehende Gerechtigkeit, mithin Geld. Und wieder wiederhole ich die Bitte: Lieber Peer Steinbrück, bleiben Sie standhaft!
Ausführlicher hier auf Foikus-Erfolg.de: “Kugelkopf: Lieber Peer Steinbrück…”

Die perfekte Illusion – oder nicht?

Das müsst Ihr ausprobieren: Einfach das Bild fixieren und sich auf die vier kleinen Punkte in der Mitte konzentrieren. Dann den Kopf anwenden und gegen eine glatte Fläche sehen, am Besten eine weiße Wand.

Helft Gerhard – schickt Firmenflyer!

Gerhard sammelt. Das tun viele Menschen, speziell deutsche. Doch Gerhard sammelt Firmenbroschüren. Desqwegen rufe ich hier alle Unternehmen und Unternehmerfreunde auf: Schickt Gerhard Eure Flyer! Hier die Originalmail des Sammlers:

Gerhard Münchow
Keltenstr. 44
86199 Augsburg

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Deutschen und ihre Sammelleidenschaft sind ein Kapitel für sich.

Mein Hobby sind nicht Briefmarken oder Bierdeckel. Ich interessiere mich für die vielfältige Firmenlandschaft in Deutschland. Daher besteht meine Sammlung aus Imagebroschüren, Firmenprospekten und
Kundenzeitungen aus dem produzierenden und dienstleistenden Gewerbe.

Wenn auch Ihr Unternehmen -wie ich sicher annehme- derartige Publikationen aufgelegt hat, würde ich mich freuen, wenn Sie mir eines zukommen ließen, um meine Sammlung auch mit Ihrer Firma zu bereichern.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen aus Augsburg

Gerhard Münchow

Service-Paradies Mercedes: Chapeau und auf Wiedersehen!

Allzuoft lässt sich allzu laut über die Servicewüste schimpfen. Umso schöner, wenn unverhofft eine Blüte blüht. Und das war so: Weit weg von Zuhause ging an einem Sonntag mein Auto kaputt. Der Wagen fahr noch ein bisschen und die (kostenlose) telefonische Mercedes-Hotline lotste uns zur nächstgelegenen Niederlassung, wo auch bald ein Kfz-Meister ankam. Nochmal: Es war Sonntag. Kaum den Motor angelassen, diagnostizierte er “Turboladerschlauch gerissen”, was sich auch als richtig heraus stellte. Das Teil war leider nicht vorrätig, dafür gab es ein Ersatzfahrzeug von Mercedes. Kostenlos.

Die Werkstatt in der Ferne berechnete die Reparatur, für meinen Geschmack jedoch mit deutlich zu vielen Diagnose-Posten. Ein Schreiben, ein Telefonat und die Rechnung fiel Dank Gutschrift deutlich. Dann kam die Urlaubszeit und mit ihr die Mahnung – aus Mainz, denn die Mercedes-Niederlassungen vor Ort übernehmen schlauerweise das Inkasso für die Kollegen in der Ferne. Und dann die zweite Mahnung mit der Androhung gerichtlicher Maßnahmen. Ein Automatismus hatte diese ausgelöst, der vom ursprünglichen Fälligkeitsdatum ausgegangen war, nicht aber vom Datum der Gutschrift – denn während der Diskussion waren Wochen verstrichen.

Der Betrag war zwischenzeitlich bezahlt und ich schrieb meiner Mercedes-Niederlassung, wie befremdlich ich das gefunden habe. Deswegen rief mich eben der Service-Leiter an und bedankte sich für die Rückmeldung, man werde versuchen, solche Fälle zukünftig abzufangen und er ziehe vor, über die Dinge zu reden als mit einem Bauchgrummeln zurück zu bleiben. Chapeau und auf Wiedersehen – garantiert!

BASE-Kundenservice schließt keine Neuverträge ab

Ich habe nichts geändert – versprochen.

Sehr geehrter Herr Augustin,

vielen Dank für Ihre Mail.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine neu Verträge abschließen, dazu möchten wir Sie bitten sich mit der Bestell- Hotline in Verbindung zu setzen. Unter der 0180- 2 00 81 08 die Kollegen sind von 8.00 – 24.00 Uhr zu erreichen.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BASE Team

——– Original Mail ———
> ————–
> Status = Laufzeitkunde
> Marke = BASE
> Grund = Allgemeine Informationsanfrage
> Thema = Tarifen
> Kundennummer = xxx
> Rufnummer = xxx
> ReplyAdresse = xxx
> Rueckrufnummer =
> Anrede = Herr
> Vorname = Guido
> Nachname = Augustin
> Strasse =
> Hausnummer =
> PLZ =
> Stadt =
> ————–
> Text:
> Hallo,
>
> ich bräuchte folgende Konfiguration:
>
> – 1 SIM mit Base 2 oder Base 5 UND Internet Flatrate (Smartphone)
> – 1 SIM mit Internet Flatrate (Datenkarte)
>
> Geht das alles auf einen “Deckel”?
>
> Herzlichst Guido Augustin
>
> ————–

Mahlzeit: Den Huber-Verlag, den habe ich gefressen

Also den Huber-Verlag, den habe ich gefressen. Aber so was von. Der Groll kam in drei Phasen.

Phase I: Über mich bricht eine Welle der „bitte in den Verteiler”-Mails herein. Da ich die ein oder andere Unternehmung als PR-Mann vertrete und als Ansprechpartner genannt bin, bekam ich gefühlte 456 Mails, in der irgendwer aus dem Huber-Verlag darum bat, in Verteiler aufgenommen zu werden. Wehe man tut das: Dann kommt auf den nächsten Aussand eine (ungefragte) Mail, die Meldung sei (ebenfalls ungefragt) in der Presse-Box, einer News-Schleuder des Hauses, aufgenommen worden. Der erste naive Gedanke glaubt noch ans Gute im Menschen und den Mehrwert der eigenen Pressemitteilung. Mitnichten. Tatsächlich wollen die Huber-Buam alles mögliche verkaufen, was ihre Presse-Box so bietet.

Die Huber-Madels sind noch schlimmer, Phase II: Ein Kunde wird vom Huber-Verlag für irgendeinen dieser Mittelstandspreise nominiert. Dies teilt der Verlag auch gleich per Mail mit – und zwar so, dass ein Niederlassungsleiter, eine Marketingchefin, ein Geschäftsführer und ich (alles hochgeschätze Köpfe also) auf den schnellen Blick an eine tolle Story glauben. Hätte ich nur genauer gelesen

Die Initiative Mittelstand fördert darüber hinaus alle erfolgreichen Teilnehmer mit einem umfangreichen Marketing- und PR-Paket – in den nächsten Tagen erhalten Sie per Post detailliertere Informationen zum Förderprogramm für Ihr INNOVATIONSPRODUKT 2008.

So falle ich einem Huber-Madel in die Hände, die nicht nur sehr pfälzischen Zungenschlag pflegte, sondern sich auch schrecklich anbiedert. Ich mag es nicht, wenn Haschhasch-Verkäufer die „wir”-Form benutzen und mich damit einbeziehen. Ergebnis: Die Nominierung war eine Acquise-Masche für „Marketing- und PR-Pakete”.

Phase III: Derzeit hagelt es Mails, dass man bitte eine News-irgendwas-Domain (aktiv-verzeichnis.de)in den Verteiler aufnehmen solle und sich über deren Format hier und da informieren könne. Dazu kommen bereits fünf registrierte Anrufe, die ich leider aus Abwesenheit nicht entgegen nehmen konnte.

Bitte 1: Falls jemand von Huber hier mitliest, bitte aus allen Adress-DBs streichen und nie mehr reinnehmen.
Bitte 2: Falls jemand aus Karlsruhe mich erreichen will, bitte mailen. Bei Anrufen aus 0721 gehe ich nicht mehr an den Apparat.

Vertrieb des 24h-Sekretariats mobilesuite.de nicht 24h erreichbar

Mobilesuite.de bietet 24-Stunden-Sekretariats-Service an Null Euro monatlich. Bei den pfiffigen Menschen kann man in drei Tarifen einen Telefonservice buchen, der sich im eigenen Namen meldet und entweder weiterverbindet oder Infos entgegen nimmt und per Mail oder SMS weiter leitet. Das ist cool, zumal eine nette Stimme sicher besser ist als ein kühler Anrufbeantworter. Wenn es keine Stimme aus Halle an der Saale ist. Und spätestens, nachdem man Timothy Ferriss’ 4-Stunden-Woche gelesen hat, springt man auf so etwas.

Die Preisliste ist nicht ganz transparent: Klar ist, dass pro Rufannahme ein Betrag (max. 69 Cent) fällig wird. Dann ist da noch von einem Minutenpreis die Rede. Heißt was? Dann steht nicht auf den Seiten (zumindest nicht so, dass ich es binnen 4 Minuten gefunden hätte), was für eine Rufnummer das ist, auf die man da umleitet. Ich vermute stark, eine kostenpflichtige. Doch wie kostenpflichtig? Dann frage ich eben schnell nach. dachte ich mir. Es war aber nach 20 Uhr. Egal, oder? Von wegen. Das 24-Stunden-Sekretariat ist ab 19 Uhr für Kundenanfragen nicht mehr erreichbar. Nicht einmal per kühlem Anrufbeantworter. Uncool.

Vielleicht sind die Macher von mobilesuite in der wunderbaren Berliner Karl-Liebknecht-Straße, wo die wunderbare Berliner Zeitung (oder war sie nur wunderbar?) sitzt, ja so clever und lesen das? Dann bitte melden, ich hätte Interesse. Danke.

Panasonic DMR EH 685 EGK DVD- und Festplatten-Rekorder 320 GB (DivX-zertifiziert) schwarz

Informationsdiät: Keine TV- und Radio-News, kein Spiegel.de, kein Twitter

Der Tipp kam von Tim Ferriss und seinem wunderbaren Werk „Die 4-Stunden-Woche”, das ich in der aktuellen Euphorie der Lektüre gleich nach der Bibel als Buchtipp Nummer zwei preisen möchte. Er regte nämlich an, endlich aufzuhören, sich mit nutzlosen Informationen zumüllen zu lassen. Und das ging so: ‘Informationsdiät: Keine TV- und Radio-News, kein Spiegel.de, kein Twitter’ weiterlesen …