Neulich klingelte mein Telefon. Das ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich war, dass ein Wirtschaftsmagazin eines großen öffentlich-rechtlichen TV-Senders anrief. “Der Durchbruch” schießt mir durch den Kopf, die Phantasie beginnt, Blasen zu schlagen.
Eine Frau Schneider (Name geändert und längst vergessen) fragt, ob ich die Telefonnummer des Reiseportals opodo.de hätte. “Wieso ich?” dachte ich. Aber als netter Mensch und dienstleistungsorientierter PR-Profi (Selbtbeweihräucherungsmodus off) fragte ich nach. Sie wolle die Presseabteilung sprechen, im Impressum fände sie nur eine 0180er-Nummer und die gäben ihr den Kontakt nicht. Dafür zahle ich also Rundfunk-Gebühren, damit Evolutionsbremsen wie Frau Schneider teure Service-Nummern mit ihresgleichen an den Telefonen anrufen.
Ich versprach, sie zurück zu rufen. Nach 40 Sekunden (handgestoppt) war es so weit. Aufruf der Seite, Klick auf “Impressum”, Klick auf “Presse” und schon stand da die E-Mail-Adresse eines Ansprechpartners. Jetzt kam die eigentliche Leistung, nämlich die Domain aus der E-Mail-Adresse zu kopieren und die Webseite im Browser anzusehen.
Frau Schneider war glücklich und ich zahle jetzt vielleicht doch wieder gerne Fernsehgebühren – als Charity-Donation, wie Programmmacher sagen würden.





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