ich war ein Kind, als ihr von der so genannten “Rote Armee Fraktion” (RAF) die ganze Republik in Angst und Schrecken versetzt habt. Es wurde viel diskutiert über eure Motive, Stefan Aust hat ein vielbeachtetes und zuletzt ja auch erfolgreich – und umstritten - verfilmtes Buch
Buch zum Thema vorgelegt, “Der Baader-Meinhof-Komplex“. Ihr habt euch so vehement gegen die schleppende Bewältigung der NS-Vergangenheit gewandt. Dagegen protestiert, dass die braunen Säcke von gestern in der BRD von heute (damals) wieder gesellschaftlich dabei waren. Von der Wahl der Mittel abgesehen – sicher zu Recht. Nun lese ich einen  Beitrag ihres Bruders auf Spiegel Online, in dem dieser Aufklärung fordert, sich und eure Familien als “Opfer zweiter Klasse” bezeichnet und euch vorwirft, nicht zur gesellschaftlich, sozial und politisch wichtigen Aufklärung beitragen zu wollen.
Ich meine: Sie sind längst geworden wie jene, die sie so kritisiert haben. Unbelehrbar, verdrängend, verstockt. Aus Tätern Opfer machen, ist eine wohl gepflegte Übung – aber es bleibt widerlich.
Ich habe bei Wikipedia nachgelesen, was aus ihnen geworden ist. Ihnen, der sie ihre engen familiären Bande zur Familie Ponto einsetzten, der sie Anschläge verübten, sich in der DDR verstecken und es sich unter anderem Namen gutgehen ließen.
Am 6. Juni 1990 wurde Susanne Albrecht (…) verhaftet. Im nachfolgenden Strafprozess (…) legte sie ein umfassendes Geständnis ab (Kronzeugenregelung) und wurde am 3. Juni 1991 zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, die sie nur zum geringeren Teil absaß. 1992 wurde ihr Strafvollzug nach Bremen verlegt, und dort begann sie 1993 als Freigängerin mit der Arbeit für eine Stadtteilschule. 1996 wurde sie auf Bewährung aus der Haft entlassen. Sie arbeitet heute, unter anderem Namen, als Deutschlehrerin für Migrantenkinder für einen Freien Träger der Stadt Bremen.
Sie haben tatsächlich zwei Jahre in geschlossener Haft verbracht. Das macht Bremen nicht sympathischer.






Verstockt! In der Tat! Ich bin echt gespannt, wie man zu diesem Kapitel der Geschichte in zwanzig Jahren stehen wird.
Wie wohl: Es wird vergessen werden.
Mein Kompliment zu dem Film, ich habe die Zeit damals als Jugendlicher erlebt, aber manches auch erst jetzt verstanden.