Jürgen Klopp und Thomas Doll: Zwei Hoffnungsträger des deutschen Fußballs, zwei professionelle Trainer – beide mit dem Pech am Stiefel. Erfolglos. Und beide noch in Lohn und Brot. Höchste Zeit, dass die Medienmaschinerie über sie herfällt…
Im Sommer, als in Deutschland Märchen wahr wurden, war er einer der Protagonisten der Fußball-WM. Jürgen Klopp, genannt Kloppo, im Hauptberuf Trainer von Mainz 05, erklärte uns die Welt des runden Balls, dass Eisenherz-Netzer und Dumbabbel-Delling vor Neid nur erblassen konnten. So sehr, dass sie uns in Zukunft erspart bleiben.
Der andere, Thomas Doll, Trainer des Hamburger Sportvereins (HSV), genannt Scarface, trainiert einen vermeintlichen Spitzenclub. Doll durfte in den vergangenen Jahren in Dimensionen einkaufen, von denen der Großteil der Liga nur träumen kann.
Jetzt sind beide erfolglos, ihre Klubs in akuter Abstiegsgefahr (wäre die Saison jetzt zu Ende, was sie aber nicht ist, das wird gerne vergessen). Wo andernorts längst die Fetzen und in kleinen Teilen die Trainer (auf Teppichen, Würsten oder anderen präsidialen Utensilien) geflogen wären, herrscht relative Ruhe. Für Mainz überrascht das Insider kaum, denn hier muss die komplette Mannschaft gehen, bevor an Kloppo gezweifelt werden darf. Der Mann ist einfach zu gut und hat zu viel erreicht in der Hauptstadt der Reben und der Rüben, wo so oft hingefallen und wieder aufgestanden wurde, dass einmal mehr kaum ins Gewicht fallen dürfte.
Mainzer Fans wollen jetzt sogar “Ich geh mit meiner Laterne” skandieren, geboren wurde die Idee auf der ultimativen 05er-Fanseite Kigges . Diese Art, mit der “roten Laterne” des Tabellenletzten umzugehen, fokussiert das besondere Verständnis der Mainzer für ihren Klub, ihren Kloppo und ihre Mannschaft.
Jetzt muss Thomas Doll mit seinen Hamburgern nach Mainz reisen.
Derweil machen die Medien mobil und fordern, Klopp sollte keine Länderspiele mehr kommentieren. Nicht auszudenken, wenn sich das ZDF tatsächlich entblöden sollte, darauf zu reagieren. Millionen Zuschauer, Medienkritiker und (selbsternannte) Sport-Gurus wären entlarvt. Haben sie nicht alle Klopp gefeiert, ihm Medienpreise hinterher geworfen und ihn selbst in jenes Rampenlicht geschoben, dessen Grelle er jetzt schmerzhaft zu spüren bekommt?
Jürgen Klopp wird noch lange Trainer in Mainz sein – hoffen die Fans. Und wenn er es nicht mehr sein wird, dann weil er es so entschieden hat und eine passende Nachfolge bereit steht. Denn Mainz – das ist auch ein Stück Lebenswerk von Jürgen Klopp. Eines ist so sicher wie der Fischgestank in der Hamburger Fischmarktsonne: Kloppo wird nicht nur Thomas Doll an Amtszeit überleben.





Klopp wird sich entscheiden müssen, ob er abstrahiert Volker Finke in Freiburg ähneln will, oder sich für den Circus Maximus entscheidet.
Ich hoffe, er trifft für sich persönlich die richtige Entscheidung.
… hm. Volker Finkes Lack blättert ja deutlich in Freiburg. Ob das erstrebenswert ist? Mit Circus Maximus meinst Du den Medienrummel wie bei der WM oder als Nationalelfs-Kommentator? Das wird doch hochgespielt – tatsächlich fährt er in wenigen Minuten zum ZDF und hat da eine lustige Zeit mit Pfeifen-Urs und Babbel-Kerner. So what?
Hast Du personelle Alternativvorschläge?
Circus Maximus bedeutet für mich, dem gnadenlosen Pöbel stets Ehre zu erweisen bzw. erweisen zu müssen. Stimmt, dass haben AGs ja mit Vereinen gemeinsam.
Finke, Doll und Klopp sind noch da, leider auch die hellgraue Schriftfarbe in diesem Kommentarfeld, die meine Augen als kommunikationsfeindlich bewerten.
Ola,
persönliche Alternativ-Vorschläge:
- zu Kloppo und Mainz05: Tapfer bleiben, kämpfen – und kämpfend runter gehen, wenn es denn nicht anders geht. Dass Kloppo momentan etwas dünnhäutig wirkt, liegt imho daran, dass er die öffentliche Aufmerksamkeit durch sein WM-Engagement unterschätzt hat. Da muss er jetzt durch.
- zur Farbgestaltung: Das ist nur beim Schreiben so, gell? Da werde ich bei Gelegenheit mal in die PHP-Grotten hianbsteigen und einen Eimer Frabe drüber schütten ;o
Guido