Lieber Jan Ullrich, ja, Du warst mein Idol. Als Radsportler, als Sympathieträger, manchmal sogar als Mensch. Wie Dein Kollege Erik Zabel haben wir Dich quasi adoptiert, obwohl Du als Kind des real implodierenden Sozialismus’ eigentlich in die Nörgler- und Alles-vom-Staat-haben-wollen-Schublade gehört hättest. Und, was viel schwerer wiegt: Obwohl Du jahrelang mit dem T-Trikot gefahren bist und damit Symbol für die Unzulänglichkeit des T-Konzerns hättest sein sollen. Warst Du nicht, Du warst einfach groß. Doch jetzt bist Du, lieber Jan Ullrich, ein dummer Junge.
Ich habe ein Jan-Ullrich-Trikot – selbstredend kein magentafarbenes, sondern das wunderschöne Bianchi-Shirt, mit dem Du beinahe Lance Armstrong in Grund und Boden gefahren hättest. Ich habe es sogar geschafft, eine Stern.de-Kolumne über Dich zu schreiben, und das, obwohl das Thema eigentlich “Computer und Internet” sein sollte. Auch das “beinahe” habe ich Dir nicht übel genommen. Große Verlierer können Sieger sein. Ich trage es nur selten – nicht weil ich Jan Ullrich verleugnen wollte, sondern weil es mir wertvoll ist. Und ich werde es weiter tragen, als Reminiszenz an eine große Zeit. Doch Deine Zeit ist vorbei. Und das ist allein Deine Schuld.
Die Nummer mit den Partydrogen, dem Porsche-Unfall (musstest Du wirklich Fahrräder überfahren?) und die Trennung von Deiner Familie habe ich Dir nicht übel genommen. Im Gegenteil. Ich erinnere mich an die öffentlichen Auftritte, als ein zerbrechlicher Jan Ullrich seine Schuld bekannte, als Du Deine verletzte Seele offenbartest und so in der Schwäche noch stärker wurdest. Als Verlierer Sieger sein, das ist eine Gnade. Hat Dich damals jemand beraten, Dir zur Offenheit geraten? Ich weiß nicht, ob Du gedopt hast. Ich weiß nur, dass Du Dich hinter formaljuristischen Mauern verschanzt – wie dumm von Dir. Gerade Du musst wissen, wie die öffentliche Meinung funktioniert – oder wenn Du es immer noch nicht wissen solltest: Frage jemanden, der sich damit auskennt! Wie groß hättest Du werden können mit Sätzen wie “Ja, ich habe gedopt, denn ich wollte Lance unbedingt schlagen!” oder “Nein, ich habe nichts Verbotenes getan und stelle meinen Körper zur Untersuchung bereit!”. Doch diese Sätze höre ich nicht von Jan Ullrich.
Du spielst den beleidigten Jungen, stellst Dich in die Motzecke und schaust gegen die Wand. Das ist armselig. Für mich bist Du damit einer der größten Deppen der Sportgeschichte.
Anmerkung: Dieser Beitrag wurde im November 2006 (!) erstmals hier veröffentlicht und ist noch immer aktuell… Lieber Jan Ullrich, so ist das eben bei der Vogel-Strauß-Taktik, auch wenn sie über viele Monate beibehalten wird: es schaut ein Körperteil raus, in das sich treten lässt – und es ist kein Pedal.
Faszinierend, wie jetzt langsam der Ruhm der großen Telekom-Ära aufgearbeitet wird. Das Team Telekom oder T-Mobile gibt es nicht mehr, in Frankfurt zerren tausende T-Aktionäre die Deutsche Telekom vor den Kadi. Schade.





Ein sehr guter Bericht, der voll und ganz auf die Einstellung Jan Ullrichs
zutrifft. auch ich fand ihn sympathisch, doch er hat es versaut.
Es war nun wirklich eindeutig, das er gedopt hatte, bevor Ermittler an die Öffentlichkeit gehen wird das geprüft. Ich vermute, das in nächster Zeit nur noch wenige ****** ihm nacheifern und ihn Feiern. Noch schlimmer ist da Michael Schumacher, der wegen Geld sein Heimatland verraten hat. Schreibe doch auch dazu ein Bericht!
MfG moelo
Eine Frechheit, dieser “Artikel”.
Eine Frechheit, meinen Text komplett zu klauen ;o
http://www.procycling.de/forum/viewtopic.php?t=83
Herzlichst Erfolgs-Blogger
Sorry, Erfolgs-Blogger, es war keine böse Absicht. Ich hoffe, ich konnte den eingetretenen Schaden mit meiner Löschaktion einigermaßen in Grenzen halten. Spoeke
…geht klar, Spoeke, gibt’s mir eben mal Windschatten ;o)
Habe einiges von diesem Quatsch gerade gelesen – und es ist immer wieder beachtlich wie Menschen urteilen. Das Jan Ullrich ein Weltklasse-Fahrer war bleibt ja wohl unbestritten. Selbst ein TOP-Sportler der Dopingmittel zu sich nimmt – ist auch zuvor schon ein Top-Sportler. Das Training usw. wird mit Doping umso härter. Und ich behaupte mal, dass fast alle Top-Athleten in den verschiedensten Sportarten dopen – und auch im Breitensport. Unsere verlogene Mediengesellschaft sollte mal die Augen öffnen. Die Funktionäre, Sponsoren und Medien sind eigentlich die wahren Lügner. Siehe Scharp… In der Politik nichts zu Stande gebracht….und dann beim BDR. Ne`Lachnummer. Politiker sind doch die wahren Verbrecher, die mit Ihrem verlogenen Geschwätz und Vorstellung falscher Tatsachen der Bevölkerung schaden. Oder nehmen wir einen Robbie Williams. Mit Drogen vollgepumpt bis zum Abwinken, aber die Öffentlichkeit hebt Ihn und andere verkrachte Existenzen aus dem Showgeschäft in den Himmel. Und genau hinter diesen Leuten rennen unsere Teenies hinterher. Aber wem hat eigentlich Jan Ullrich geschadet? Niemandem!!! Geht man mal davon aus, dass von keinem der Rennfahrer diese Strapazen ohne Doping ( Regenarationszwecke ) vollbracht werden können, dann hat noch nicht einmal der Radsportkollege einen Nachteil gehabt. Im übrigen sollte sich jeder “Normalbürger” mal überlegen, was alles auf der Dopingliste steht. Zum Beispiel ist größerer Kaffeegenuss schon strafbar – viele Leute die ihrer Arbei nachgehen sind also täglich gedopt. Hustensaft und und und……..alles für den Sportler unerlaubte Substanzen. Mein Fazit ist, dass Jan Ullrich wie auch viele andere Sportler einen ehrlicheren Weg gehen als viele andere Menschen – aber es lässt sich ja so schnell urteilen. Ich finde es extrem schade, dass Jan Ullrich nicht mehr fährt, denn meine Hochachtung vor dem Rennfahrer und Menschen Jan Ullrich ist geblieben.