Gestern startete ein alter Wegbegleiter aus der New Economy sein neues Projekt: DocInsider.de ist ein chices “Patienten-Portal” . Die Idee dahinter: User finden und bewerten Ärzte und andere medizinische Berufsgruppen. Endlich muss ich mich nicht mehr auf meinen Kaffeesatz verlassen, wenn ich einen Arzt suche.
Die Seite ist wohl eingeschlagen wie eine Bombe. Alexa meldet Mördertraffic, zeitweise hatten die Server sogar leichten Husten wegen des Ansturms am ersten Tag. Doch Doktor Ingo hatte die passenden Pillen in der Dose und weiter gings. Interessant das Web-Echo: Die News-Tickerer bei Heise waren die ersten und dort gab es auch gleich eine sehr lustige Diskussion, warum Journalisten Neuigkeiten melden (hier: warum Portale, die noch nicht online sind, vermeldet werden). Einfache Antwort: Weil es Journalisten sind. Einer der nächsten war Robert von Basic Thinking, Deutschlands IT-Blogger Nummer Eins , und auch dort wurde rasch fleißig diskutiert. Sehr unterhaltsam: Ein getroffener Hund jaulte gar fürchterlich (uncool) und ein anderer merkte, dass bei DocInsider Bewertungen stehen, die auch schon anderswo zu sehen sind. Da durfte sich Ingo gleich als Krisen-PRler üben, zum Testen des Systems waren Inhalte rübergehoben – und schlicht vergessen worden.
Ganz in Skepsis kommt die wunderbare Biggi Mestmäcker daher, es sei ihr unbenommen und sicher sind die Befürchtungen zumindest soweit zu beachten, dass sie eben zu beachten sind. Ich darf dort leider nicht kommentieren, aber mal ehrlich: ich traue mir schon zu, bei Bewertungen die notorischen Nörgler und Racheengel mit Klorollen auf der Hutablage zu erkennen. Beim Sommerurlaub und der Recherche bei Travelcheck hat’s ja auch gefunzt.
Ganz anders der Tonfall von Mark Pohlmann vom Themenblog, der sich wie ein Kind zu freuen scheint, es den Weißkitteln auf DocInsider zeigen zu können – selbstverständlich seriös. er erklärt DocInsider imho treffend. Denn für mich ist das der Knackpunkt: Die unsichtbare Wand zwischen den “Halbgöttern in Weiß” und tumben Patienten wird zumindest löchrig. es geht ja nicht darum, einem Mediziner das virtuelle Skalpell zwischen die Augenbrauen zu drapieren, weil er es nicht geschafft hat, eine Grippe in zwei Stunden zu kurieren. Es geht darum, dass ich mir Ärzte empfehlen lassen kann.
Nichts anderes mache ich im “richtigen Leben”. Wenn’s mal wo zwickt und ich zu einem Facharzt will, frage ich rum, wer einen kennt oder einen kennt, der einen kennt, der was kann. Finde ich da keinen (habe ich nur Freunde mit Pferdegesundheit?) gehe ich online und recherchiere in irgendwelchen gelben Seiten, muss mich anhand der Webseite oder des Nachnamens oder des Geschlechts entscheiden. Jetzt frage ich Doktor Ingo und der sagt es mir: Sekundenschnell und für mich in den meisten Fällen nachvollziehbar. Topitoitoiunddreimalüberdieschultergespuckt!





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