PR-ofession und OB-session vom Erfolgs-Blogger

Deutsche Verlage: New Boys in Old School

Der Holtzbrinck-Verlag holt sich mit Joachim Schoss einen ausgewiesenen Onliner in den Aufsichtsrat. War ja auch Zeit. Es ist dies einerseits Konsequenz der bemerkenswerten (bemerkenswert erfolgreichen) Verlagsstrategie online, andererseits ist es die Spätfolge unbeschreiblicher Überheblichkeit in den großen deutschen Verlagen.

Eigentlich noch nicht lange her, vor 10 Menschen-, 70 Hunde- und 350 Internetjahren sprachen wir mit einem Verbund deutscher Tageszeitungsverlage über ein gemeinsames Portal dieser Verlage, das die umsatzstärksten Anzeigenbereiche Jobs, Autos und Immobilien bündeln sollte. Das Portal gab es nie. Die Häuptlinge waren einander nicht grün, ein Verlagsboss gönnte dem anderen nicht die Butter auf dem Brot. Die Attitüde gegenüber den neuen Online-Anzeigenportalen war – vorsichtig formuliert – überheblich. Diese Jungspunde (warum nicht langhaarigen Bombenleger?) verstünden nichts von ihrem Kerngeschäft, die wüssten nicht, wie der Kleinanzeigenmarkt funktioniert.

Kann sein – aber sie haben es sehr schnell gelernt. Oder den Markt verändert. Mobile.de, die Scout24-Gruppe und viele mehr schossen in den Himmel und knabberten den Traditionsverlagen immer größere Stücke aus ihrem Kuchen. Bald meldete die Süddeutsche stolz, dass Teile ihrer Anzeigen jetzt auch auf einem der großen Internet-Portale gezeigt würden. Die Machtverhältnisse hatten sich gedreht.

Ich freue mich, das Schoss weiter aufsteigt. Er war einer der Gründer von Scout24.

via: Spiegel.de

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