Archiv für die 'PR-ofession' Kategorie

E-Mail-Adresse verrät Zahlungsmoral

Sage mir Deine E-Mail-Adresse und ich sage Dir wie Du zahlst. Bist Du Hotmail? Ganz schlecht. Bist Du T-Online? Das geht. Nachdem Jochen Mai über Persönlichkeitsprofile hinter E-Mail-Adressen gebloggt hatte, beglückt uns nun das Inkasso-Unternehmen Mediafinanz mit der völlig überraschenden Erkenntnis, dass Besteller mit Freemail-Adressen in Webshops öfter die Zeche prellen als andere. Die “schlimmsten” Mail-Provider sind demnach Hotmail (1.), Alice-DSL (2.) und MSN.com (3.). Die erfolgversprechendsten Inkasso-Fälle enden mit onlinehome.de (1&1), online.de (1&1) und t-online.de. Interessant: gmx.com liegt auf dem gefährlichen 7. Platz, gmx.de dagegen auf dem recht zuverlässigen 16. Platz.

Der GF rudert in der “totally-PR-driven”-Mitteilung erst vor und dann zurück. Dem “Händler passt bloß auf” folgt das “nicht nur auf E-Mail-Adressen achten”. Warum nur? Bietet Mediafinanz etwa Auskünfte über die Bonität von Kunden an? Bestimmt nicht…
Zur Meldung

Text-Bild-Schere bei Spiegel Online – Sex sells halt

Spiegel Online als journalistisches Onlinemedium der Wahl mag hier nicht bestritten werden. Interessant jedoch der zufällige Samstag-gegen-Mittag-Blick auf die Startseite. Das Bild (nackte Haut, Frau, Asien) sendet Reize, die der zweifelsfrei dazu gehörige Text (“Deutsche Wohnzimmer”) nicht balancieren kann. Aber wenn das Auge schon mal da ist…

Die Zeit ist reif: Business-Satsang verbindet Welten

business satsang

Wenn ein System Fragen einer Gesellschaft nicht mehr beantworten kann, sucht diese Gesellschaft Antworten jenseits des Systems. Man denke nur an Hildegard von Bingen, Feng-Shui, den Bestseller “The Secret – das Geheimnis” von Rhonda Byrne oder die Dalai-Lama-Begeisterung. Nun verbinden ein Management-Coach aus Frankfurt und die Satsang-Lehrerein Prajnaji (sprich: Pradsch-nadschi) ihre Welten: Business Satsang ist das Ergebnis. ‘Die Zeit ist reif: Business-Satsang verbindet Welten’ weiterlesen …

SPD eröffnet Kommunalwahlkampf in Mainz: Toller Slogan, toller Rohrkrepierer

Seit diesem Wochenende stehen in Mainz Plakatständer mit einem roten Herzen und der Aufschrift “Ich mag mein Mainz!” Sympathisch, nicht? Ich war sofort neugierig und musste sehr lachen, als ich sah, dass Schmierer die Plakate um kommunalpolitisch höchst umstrittene Projekte ergänzt hatten: “… ohne KKW” stand da, gemeint ist der geplante Bau eines Kohlekraftwerks in Mainz, den die SPD befürwortet, die CDU dagegen ablehnt (verrückte Welt, nicht wahr?). Es war nicht schwer, heraus zu finden, wer hinter der Kampagne steckt. Die Google-Recherche führt über eine kleine Google-Anzeige (AdWords) zur Domain “www.ich-mag-mein-mainz.de“, auf der das Herz zu sehen ist. Dafür kein Impressum (Montag, 25.8., 16.53 Uhr), wenn das mal keinen Ärger gibt. Also ab zur Denic, der zentralen Domänenvergabestelle für Deutschland. Thomas Lindner besitzt die Domäne und wohnt in der Klarastr. 15a. Und dort, das ergibt die nächste kinderleichte Recherche, sitzt die SPD in Mainz. Recherchedauer insgesamt: zwei Minuten.

Ärgerlich für die Genossen, dass ihr sympathischer Slogan so verhunzt wurde und nun gar eine CDU-Forderung trägt. Welch ein Rohrkrepierer. Ich rief Herrn Lindner an, der wollte dazu “gar nichts” sagen, sondern verwies auf den Wahlkampfleiter Kai Hofmann. Aha, Wahlkampf also. Lindner kam dann wohl sein eigener Satz ulkig vor, so dass er noch rechtfertigend nachschob: Er habe keinen Maulkorb bekommen, sondern sei im Urlaub gewesen, als das beschlossen wurde. Wie gesagt: Der Slogan ist toll.

Kai Hofmann erzählte mir dann, dass der Slogan den Kommunalwahlkampf in Mainz einläute. Und dann die Enttäuschung: Es war keine Absicht, nur den Slogan mit den schönen Herzen zu plakatieren und damit neugierig zu machen. Es sei ein technischer Fehler gewesen, eigentlich habe darauf noch ein Veranstaltungshinweis gehört, dies werde man nachholen. Nein nein, die Ergänzungen könnten seiner Ansicht nichts damit zu tun haben, dass da Menschen herausbekommen hätten, wer hinter der Ich-mag-Mainz.de-Kampagne steht…

Mahlzeit: Den Huber-Verlag, den habe ich gefressen

Also den Huber-Verlag, den habe ich gefressen. Aber so was von. Der Groll kam in drei Phasen.

Phase I: Über mich bricht eine Welle der „bitte in den Verteiler”-Mails herein. Da ich die ein oder andere Unternehmung als PR-Mann vertrete und als Ansprechpartner genannt bin, bekam ich gefühlte 456 Mails, in der irgendwer aus dem Huber-Verlag darum bat, in Verteiler aufgenommen zu werden. Wehe man tut das: Dann kommt auf den nächsten Aussand eine (ungefragte) Mail, die Meldung sei (ebenfalls ungefragt) in der Presse-Box, einer News-Schleuder des Hauses, aufgenommen worden. Der erste naive Gedanke glaubt noch ans Gute im Menschen und den Mehrwert der eigenen Pressemitteilung. Mitnichten. Tatsächlich wollen die Huber-Buam alles mögliche verkaufen, was ihre Presse-Box so bietet.

Die Huber-Madels sind noch schlimmer, Phase II: Ein Kunde wird vom Huber-Verlag für irgendeinen dieser Mittelstandspreise nominiert. Dies teilt der Verlag auch gleich per Mail mit – und zwar so, dass ein Niederlassungsleiter, eine Marketingchefin, ein Geschäftsführer und ich (alles hochgeschätze Köpfe also) auf den schnellen Blick an eine tolle Story glauben. Hätte ich nur genauer gelesen

Die Initiative Mittelstand fördert darüber hinaus alle erfolgreichen Teilnehmer mit einem umfangreichen Marketing- und PR-Paket – in den nächsten Tagen erhalten Sie per Post detailliertere Informationen zum Förderprogramm für Ihr INNOVATIONSPRODUKT 2008.

So falle ich einem Huber-Madel in die Hände, die nicht nur sehr pfälzischen Zungenschlag pflegte, sondern sich auch schrecklich anbiedert. Ich mag es nicht, wenn Haschhasch-Verkäufer die „wir”-Form benutzen und mich damit einbeziehen. Ergebnis: Die Nominierung war eine Acquise-Masche für „Marketing- und PR-Pakete”.

Phase III: Derzeit hagelt es Mails, dass man bitte eine News-irgendwas-Domain (aktiv-verzeichnis.de)in den Verteiler aufnehmen solle und sich über deren Format hier und da informieren könne. Dazu kommen bereits fünf registrierte Anrufe, die ich leider aus Abwesenheit nicht entgegen nehmen konnte.

Bitte 1: Falls jemand von Huber hier mitliest, bitte aus allen Adress-DBs streichen und nie mehr reinnehmen.
Bitte 2: Falls jemand aus Karlsruhe mich erreichen will, bitte mailen. Bei Anrufen aus 0721 gehe ich nicht mehr an den Apparat.

Vertrieb des 24h-Sekretariats mobilesuite.de nicht 24h erreichbar

Mobilesuite.de bietet 24-Stunden-Sekretariats-Service an Null Euro monatlich. Bei den pfiffigen Menschen kann man in drei Tarifen einen Telefonservice buchen, der sich im eigenen Namen meldet und entweder weiterverbindet oder Infos entgegen nimmt und per Mail oder SMS weiter leitet. Das ist cool, zumal eine nette Stimme sicher besser ist als ein kühler Anrufbeantworter. Wenn es keine Stimme aus Halle an der Saale ist. Und spätestens, nachdem man Timothy Ferriss’ 4-Stunden-Woche gelesen hat, springt man auf so etwas.

Die Preisliste ist nicht ganz transparent: Klar ist, dass pro Rufannahme ein Betrag (max. 69 Cent) fällig wird. Dann ist da noch von einem Minutenpreis die Rede. Heißt was? Dann steht nicht auf den Seiten (zumindest nicht so, dass ich es binnen 4 Minuten gefunden hätte), was für eine Rufnummer das ist, auf die man da umleitet. Ich vermute stark, eine kostenpflichtige. Doch wie kostenpflichtig? Dann frage ich eben schnell nach. dachte ich mir. Es war aber nach 20 Uhr. Egal, oder? Von wegen. Das 24-Stunden-Sekretariat ist ab 19 Uhr für Kundenanfragen nicht mehr erreichbar. Nicht einmal per kühlem Anrufbeantworter. Uncool.

Vielleicht sind die Macher von mobilesuite in der wunderbaren Berliner Karl-Liebknecht-Straße, wo die wunderbare Berliner Zeitung (oder war sie nur wunderbar?) sitzt, ja so clever und lesen das? Dann bitte melden, ich hätte Interesse. Danke.

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Studentische Unterstützung für PR gesucht

Ich suche ab sofort Unterstützung. Wie mein Arbeitsstil auch passt
meine Erwartung möglicherweise nicht ganz in gängige Konventionen,
deswegen hier ein wenig prosaisch umschrieben: ‘Studentische Unterstützung für PR gesucht’ weiterlesen …

Buch 2.0 – Röthlingshofer clever

Bernd RöthlingshöferBernd Röthlingshofer versteht was von Werbung. das belegt er sehr eindrucksvoll mit seinem neuen Buchprojekt: Erfolgsfaktoren für Werbung und Kommunikation will er sammeln, indem er Fehlerquellen aufzeigt: Zu kleine Logos, vergessene Kontaktadressen und all die anderen kleinen davidinischen Stolperstricke, die schon manchen Goliath gerissen haben. Das Clevere dabei: Bernd fragt seine Leser um Tipps. Das ist allein nicht ungewöhnlich. Das machen andere auch, viele fragen erst gar nicht, ob sie anderer Leute Ideen nehmen dürfen. Bernd fragt offen und tauscht: Wer ihm einen guten Tipp gibt, wird im Buch erwähnt, selbstredend in 2.0-Social-wer-hat-die-meisten-Links-Zeiten mit Webadresse – und Foto auf dem Cover. Das wird vielleicht ein wenig klein, aber der Eitelkeit dient es bestimmt trotzdem. Chapeau!

Wer braucht Blogger? Wer braucht Blogs? Bloggerjobs gestartet

Eine tolle Idee, die Andreas Gerads da hatte: Blogger und Blogs zusammen bringen: Bloggerjobs.de hat noch gefehlt. Gerade im Corporate Bereich könnte das fein einschlagen. Gestartet im März hat der Student seine Site nun aufpoliert. Die Idee erinnert ein wenig an das Mainzer Projekt textbroker.de – nur eben auf den Blogbereich fokussiert (und hier aber auch um Podcast, Design, Development und Consulting ergänzt). Bei textbroker kaufen vor allem SEO-Buben füe wenige Äpfel und Eier “unique content”, mithin Texte. Gerads sollte sich das mal genau anschauen, denn Textbroker hat ein Sternesystem für seine Autoren eingeführt, die nachvollziehbarerweise aus der Hobby-Schreiberei kommen. Das staffelt die Preise und gibt Auftraggebern die Möglichkeit, zwischen Preis und Qualität abzuwägen.

Ergänzung: Bei Peer Wandinger gibt es gerade eine schöne Diskussion zum Thema. besonders interessant finde ich den Einwurf, der deutsche Sprachraum sei zu klein, um so ein Businessmodell aufzuziehen. Bin ich als Mainzer ja heilfroh, dass Johannes Gutenberg anders gedacht hat und wir in Deutschland noch immer die weltweit vielfältigste Zeitungslandschaft haben. Liebe Leute, der Markt ist gigantisch groß.

gesehen bei: web2null.de

Leser-Parade bei Röthlingshöfer

Bernd Röthlingshöfer stellt jetzt Produkte seiner Leser vor. das finde ich toll. Und los gehts.