Archiv für die 'Kugelkopf' Kategorie

Kugelkopf: Liebe Susanne Albrecht, …

KugelkopfLiebe Susanne Albrecht,

ich war ein Kind, als ihr von der so genannten “Rote Armee Fraktion” (RAF) die ganze Republik in Angst und Schrecken versetzt habt. Es wurde viel diskutiert über eure Motive, Stefan Aust hat ein vielbeachtetes und zuletzt ja auch erfolgreich – und umstritten - verfilmtes Buch
Buch zum Thema vorgelegt, “Der Baader-Meinhof-Komplex“. Ihr habt euch so vehement gegen die schleppende Bewältigung der NS-Vergangenheit gewandt. Dagegen protestiert, dass die braunen Säcke von gestern in der BRD von heute (damals) wieder gesellschaftlich dabei waren. Von der Wahl der Mittel abgesehen – sicher zu Recht. Nun lese ich einen  Beitrag ihres Bruders auf Spiegel Online, in dem dieser Aufklärung fordert, sich und eure Familien als “Opfer zweiter Klasse” bezeichnet und euch vorwirft, nicht zur gesellschaftlich, sozial und politisch wichtigen Aufklärung beitragen zu wollen. ‘Kugelkopf: Liebe Susanne Albrecht, …’ weiterlesen …

Kugelkopf: Lieber Wolfgang Clement, bitte still und leise

KugelkopfAls ich gestern die Headline sah, dass Sie in der SPD bleiben dürfen, fragte ich mich, ob Sie denn in der SPD bleiben wollen. Das schreibt sich jetzt schlau, da die Meldung Ihres Austritts raus ist – aber das dachte ich tatsächlich. Ich bin nicht parteipolitisch engagiert und stelle fest, dass ich auch ideologisch immer weniger gebunden bin. Mit Ausnahme der Flachflieger am linken und rechten Rand kann ich bei allen Parteien Gemeinsamkeiten finden. Sie haben wohl nicht mehr Gemeinsamkeiten mit der SPD sehen können. Dabei hat doch gerade die jüngere Vergangenheit gezeigt, welch breites Spektrum sich bei den Sozialdemokraten versammelt. Ich bin gespannt, was Sie als nächstes tun werden, ob Sie Berater oder Lobbyist werden oder vielleicht doch eher Kommentator und Kleingärtner. Ich finde es unmöglich, wie die SPD mit Ihnen umgegangen ist und wie wenig diese sturmerprobte Partei in der Lage zu sein scheint, abweichende Meinungen neurotischer Mitglieder integrieren und aushalten zu können. Das erschreckt mich. Ich finde es aber auch erschreckend, mit welcher Ignoranz Sie in aller Öffentlichkeit auf Ihrer Partei herumtrampeln. Nicht, dass man nicht anderer Meinung zu Frau Ypsilanti sein konnte als sie selbst. Doch die Art und vor allem öffentliche Art, die Sie immer wieder wählen, um abweichende Meinungen vorzutragen, schadet der Partei ungleich mehr als sie Ihnen nützen könnte. Das war und ist verantwortungslos. Wenn die SPD nicht mehr Ihre politische Heimat sein kann, hätten Sie das schon vor Wochen oder Monaten merken können. Sie haben dafür mehr als eine Rüge verdient. Gehen Sie, aber bitte still und leise.

Kugelkopf: Lieber Jürgen Klopp, …

Kugelkopf irgendwann entw�chst der Nachwuchs dem eigenen Nest. Dann kommt die n�chste Phase. Sie hat gerade begonnen – gut so. Denn nach 18 Jahren wird man vollj�hrig. Nach 18 Jahren bei Mainz 05, davon gut sieben Jahre als Trainer, wei�t Du ja wohl, wie es geht. Mainz 05 ist nicht aufgestiegen und Du verl�sst wie angek�ndigt Deinen Trainerposten, den Du ausgerechnet an Rosenmontag �bernommen hast. Die unglaublichsten Geschichten dieses unglaublichen Vereins sind f�r immer mit Deinem Namen verbunden.

Du wirst auch au�erhalb des Biotops Mainz 05 Erfolg haben – und ich freue mich darauf, Dein Wachstum weiter beobachten zu d�rfen. Darauf, wie Du lernen wirst, mit scharfer Presse umzugehen, die Du aus Mainz nicht kanntest. Darauf, wie Du mit gro�en Gesten und in kleinen Runden �berzeugen wirst, wo immer es Dich und Ulla hin verschl�gt. Danke f�r eine gro�e Zeit in Mainz, doch jetzt musst Du weiter ziehen.

Ich (wer sonst?) darf aus Deiner Kloppolumne vom Januar 2007 zitieren – denn so wird es wieder sein:

Denn wir wollen den Erfolg, wir wollen jeden Ball, wir wollen jeden Punkt, wir wollen die 1. Liga – mit den geilsten Fans f�r den besten Verein in der sch�nsten Stadt. Daf�r atmen wir.

Danke, J�rgen. Alles Gute.

Kugelkopf: Liebe FCK-Fans, …

KugelkopfIhr habt es nicht leicht, seit Otto und mit ihm der Kitt des Erfolges weg ist. Schuldenberge überschatten den legendären Betzenberg, auf dem ich so glückliche Stunden verbringen durfte. Nein. Es war WM und ich fuhr mit der Limousine Vertreter der Delegationen Japans, Saudi-Arabiens und Italiens auf den ehemaligen Gipfel Fußball-Deutschlands. Ich trug schwarze Anzüge und war glücklich. Nun wünsche ich Euch, dass Euer Verein, der nach allen Maßstäben von Moral und/oder Wirtschaftlichkeit vor Jahren aus dem profesionellen Spielbetrieb hätte genommen werden müssen, irgendwie die Klasse erhält. Nicht, weil ich den FCK mag. Auch nicht, weil ich Mainz 05 einen geliebten Feind erhalten möchte – schließlich spielen wir bald wieder (*knockknockknock*) erstklassig. Ich wünsche mir, dass ihr die Klasse haltet, damit der Steuerzahler, mithin auch ich, nicht zu schnell für die unfassbaren Fehlleistungen der Vereinsführungen vergangener Jahre herangezogen wird.

Ach ja: Im Mai waren schon drei von Euch auf dieser Webseite, sie suchten nach “frauen wo slips verkaufen“, da bin ich derzeit bei Google zwar nur auf Platz 24 (aktuell). Toitoitoi.

Kugelkopf: Lieber Peer Steinbrück, …

Kugelkopfich bitte Sie im Namen unserer Zukunft: Bleiben Sie standhaft. Stemmen Sie sich gegen die Begehrlichkeiten Ihrer Kabinettskollegen, deren Etatvorstellungen Ihr Budget sprengen würden. Denn Ihr Budget, lieber Peer Steinbrück, ist unser Budget. Ihr Erfolg ist unser Erfolg. Es ist unser Geld, das Sie ausgeben. Und schlimmer noch: Die Löcher, die Sie heute reißen (müssen), haben wir als jüngere Generation zu stopfen und unsere Kinder und deren Kinder. Bitte tun Sie uns das nicht an. ‘Kugelkopf: Lieber Peer Steinbrück, …’ weiterlesen …

Kugelkopf: Jan Ullrich, Du dummer Junge

Trikot Bianchi-Team 2003Lieber Jan Ullrich, ja, Du warst mein Idol. Als Radsportler, als Sympathieträger, manchmal sogar als Mensch. Wie Dein Kollege Erik Zabel haben wir Dich quasi adoptiert, obwohl Du als Kind des real implodierenden Sozialismus’ eigentlich in die Nörgler- und Alles-vom-Staat-haben-wollen-Schublade gehört hättest. Und, was viel schwerer wiegt: Obwohl Du jahrelang mit dem T-Trikot gefahren bist und damit Symbol für die Unzulänglichkeit des T-Konzerns hättest sein sollen. Warst Du nicht, Du warst einfach groß. Doch jetzt bist Du, lieber Jan Ullrich, ein dummer Junge.

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Kugelkopf: Lieber Herbert Blomstedt, …

Kugelkopfam 100. Geburtstag des großen Herbert von Karajan hatte ich die Gnade, zu erleben, wie sie, Herbert Blomstedt, die Berliner Philharmoniker auf eine einsame Spitze dirigierten. Sie gaben Bruckners 5. und schenkten ihrem Publikum Glück und Erfolg. Ich saß auf einem der Podiumsplätze – also dort, wo ansonsten der Chor steht. Ich blickte dem Pauker in den Nacken und ihnen, Herr Blomstedt, mitten ins Gesicht.

Welch Freude, ihre Freude zu sehen. Sie haben mir bei der Bruckner-Rezeption einen weiteren Sinn, den des Auges, geschenkt. Ihre Mimik war einfach, aber strahlend ehrlich. Wenn die Tutti-Passagen zu orchestralen Explosionen anschwollen, richteten sie sich auf, vergrößerten ihre ohnehin große Spannweite. Dann standen sie im Orkan ihrer Musikerinnen und Musiker, waren ganz Musik, Glück gewordener Klang.

So steht ein barfüßiges Kind im warmen Sommerregen.

Herzlichst, Ihr Erfolgs-Blogger

Alle Einspielungen von Herbert Blomstedt (Amazon.de)

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Kugelfisch: Lieber Max Mosley, …

Kugelkopfdie Formel 1 auf den Titelseiten der Gazetten – das wollen Sie gerne und das haben Sie jetzt. Allerdings geht es diesmal nicht um rauchende High-tech-Schüsseln, sondern um zum Himmel stinkende Perversionen. Nun wird es boulevardesker Volkssport, auf sie einzuprügeln. Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde sie widerlich. Wie ihren Vater, der sich im Hause Joseph Goebbels trauen ließ. ‘Kugelfisch: Lieber Max Mosley, …’ weiterlesen …

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Kugelkopf: Lieber Frank Bsirske, …

Kugelkopfich habe Sie noch nie leiden können. Ich finde Ihren Blick falsch. Er macht mir Angst. Aber jetzt bin ich Ihnen dankbar. Dankbar, dass Eltern ihre Kinder morgens in den Kindergarten bringen können, dass sich um meine Mülltonne keine Ratten sammeln, dass ich keine roten Verdi-Müllsäcke über notorisch überarbeiteten und jammernden öffentlichen Dienstlern sehen muss, wenn sie Streik spielen. ‘Kugelkopf: Lieber Frank Bsirske, …’ weiterlesen …

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