Es gab eine Zeit ohne 24-Stunden-Fernsehprogramm. Damals saßen noch merkwürdig gekämmte Frauen oder merkwürdig nuschelnde Herren im Studio und sagten an. Ich habe mich sogar mal beim ZDF als Ansager beworben aber das geht niemanden etwas an. Und irgendwann, in meiner Erinnerung seltenst nach ein Uhr, war es zu Ende, das Programm. Dann lief die Nationalhymne (!) und aus. Wer zu nachtschlafender Zeit glotzte, wurde nicht mit Zugfahrten, Kaminfeuern, Chuck Norris oder Anruf-Tatjanas bespaßt, sondern sah das Testbild. Mit Uhrzeit. Sonst nichts.
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“Und dann legt der Kerl einfach auf!” Hanna war entrüstet. Und hoffnungslos veraltet. Denn der schmierhaarige Sproß verblassten Kunstadels bourbonischer Herkunft war zwar mental extrem vergreist und aufgedunsen, als hätten sich alle Tiraden an ihm selbst erfüllt, doch “aufgelegt” hatte er nicht. Er hatte einen Knopf gedrückt, so groß wie ein Cent-Stück und mit roter Markierung.
<Altklugmodus an>
Vor langer Zeit, das Bruttosozialprodukt wuchs ohne Telefax, Fernbedienung und Handy, gab es Fernsprecher, vulgo Telefone, wie ihr sie vielleicht noch aus den Telefonzellen auf ewig gestrigen Firmengeländen kennt. Die bestanden aus zwei Teilen und waren über ein Kabel miteinander verbunden. Das eine hieß Hörer und hatte zwei so genannte Muscheln. Eine zum hören, eine zum sprechen. Wenn einer wüten wollte, dreht er das Ding um und plärrte wie ein havarierender U-Boot-Fahrer in die Sprechmuschel. Wenn er fertig gewütet hatte, nahm er den Hörer und knallte ihn wuchtig in die Gabel. Da gehörte der Hörer nämlich hin, wenn man nicht telefonierte. Befreite ungemein.
<Altklugmodus aus>
Der schmierhaarige Sproß verblassten Kunstadels bourbonischer Herkunft hätte das sicher lieber getan, als vor Hanna und ihrer aufkeimenden Entrüstung so ein profanes Knöpfchen zu drücken. Wie gerne hätte er “aufgelegt”, besser noch, “den Hörer in die Gabel geknallt”. geht nicht mehr, ätsch.
Was ist ein “Schleierfahnder”? Auf jeden Fall fährt es Bahn. Das beweist der Fall eines “Millionendiebes”
Nach den Polizeiangaben ließ sich Kittelmann am Mittwoch um 11.20 Uhr im Interregio 3087 in Höhe Pegnitz widerstandslos festnehmen. Er war unbewaffnet. Zwei Schleierfahnder der Verkehrspolizeiinspektion Hof a.d. Saale überprüften seine Identität.
Schön, dass sich Verbrechen nicht lohnen, auch nicht in der Heide. Doch handelt es sich hier um Politessen mit Migrationshintergrund? Das könnte so aussehen. Die Rosenheimer Nachrichten berichten: ‘Blödes Wort: Schleierfahnder’ weiterlesen …
Wie leicht geht “08/15″, auch “Null-Acht-Fünfzehn”, über die Lippen. Gemeint: Ganz und gar gewöhnlich, unspektakulär, stinknormal, langweilig. Die Herkunft des Begriffs dagegen ist alles andere als langweilig: Es handelt sich nämlich um ein Maschinengewehr, das die Wehrmacht im 1. Weltkrieg eingesetzt hat, konkret um die Variante 15 des MG 08, eingeführt 1915. Bei über 130.000 an die Fronten gefahrenen MGs 08/15 lässt sich erahnen, wie viel “Null-Acht-Fünfzehn”-Tote in den Gräbe(r)n blieben. Ich finde das Wort blöd.
Hier auch ein Beitrag des Schweizer Fernsehens zum Thema.